Was sind die Gaben des Geistes?

Gott gibt seinen Kindern viele Gaben. Er ist ein großzügiger Vater. Aber mit dem Begriff „Gaben des Geistes“ meint man vor allem diese bestimmten neuen Gaben, die der Heilige Geist den Christen für ihr eigenes Leben und ihren Dienst gibt. Bevor wir uns mit ihnen beschäftigen, ist es wichtig, dass wir uns noch einmal erinnern: Der Heilige Geist will immer Jesus ehren. Zu diesem Zweck gibt er uns die Gaben. Es geht nicht um die Gabenträger, es geht um Jesus. Jede Gabe ist übernatürlich.

 

Worte der Weisheit

Es gibt viele Menschen, die weise sind und guten Rat geben können. Aber wenn die Gabe der Weisheit eingesetzt wird, ist das etwas anderes. Dann hat Gott einem Menschen gesagt, wie etwas geht. Ein Beispiel dafür finden wir in der Geschichte, als Paulus und Barnabas Missionare werden. Die Gemeinde betete und der Heilige Geist sprach zu ihnen durch ein Wort der Weisheit.

 

Dem einen wird durch den Geist die Fähigkeit geschenkt, Einsichten in Gottes Weisheit weiterzugeben.

1.Korinther 12,8



Eines Tages, während die Gemeinde dem Herrn mit Gebet und Fasten diente, sagte der Heilige Geist: »Stellt mir Barnabas und Saulus für die Aufgabe frei, zu der ich sie berufen habe!« Da legte man den beiden nach weiterem Fasten und Beten die Hände auf und ließ sie ziehen.

Apostelgeschichte 13,2-3

 

Worte der Erkenntnis

In Apostelgeschichte 5 haben wir dafür ein beeindruckendes Beispiel. Ananias und Saphira hatten versprochen, Geld für die Armen zu spenden, hatten dann aber einen Teil ihrer Gabe für sich behalten. Petrus sagte ihnen, was sie getan hatten, obwohl er es gar nicht wissen konnte. Gott wusste es – und sagte es Petrus. So eine Botschaft kann sehr kraftvoll sein. Ananias starb auf der Stelle und die Menschen bekamen Angst vor Gottes Kraft. Es ist manchmal auch gut, Angst vor Gott zu haben.

 

Der andere erkennt und sagt mit Hilfe desselben Geistes, was in einer bestimmten Situation zu tun ist.

1.Korinther 12,8


… sagte Petrus zu ihm: »Hananias, warum hast du dein Herz dem Satan geöffnet und dich von ihm dazu verführen lassen, den Heiligen Geist zu belügen? Warum hast du uns verheimlicht, dass du einen Teil vom Erlös deines Grundstücks für dich behalten hast? Niemand hat dich gezwungen, das Land zu verkaufen; es war ja dein Eigentum! Und nach dem Verkauf stand es dir frei, mit dem Erlös zu machen, was du wolltest. Was hat dich nur dazu gebracht, so zu handeln? Du hast nicht Menschen belogen, sondern Gott!« Als Hananias diese Worte hörte, brach er tot zusammen. Es war ein Ende, das bei allen, die davon erfuhren, tiefes Erschrecken auslöste.

Apostelgeschichte 5,3-5

 

 

Die Gabe des Glaubens

Wir brauchen Glauben, um Christen zu werden und um den Heiligen Geist zu empfangen. Doch die Gabe des Glaubens, von der hier die Rede ist, geht darüber hinaus. Sie befähigt uns, in bestimmten Situationen für Wunder zu glauben, die Gott gleich tun wird. Als Paulus mit dem Schiff nach Italien unterwegs war, kam ein Sturm und das Boot war in Gefahr, zu kentern. Doch ein Engel kam zu Paulus und danach konnte er den anderen an Bord sagen: „Fasst also wieder Mut, Männer! Denn ich vertraue Gott und bin überzeugt, dass alles so kommen wird, wie es mir durch den Engel gesagt wurde“ (Apostelgeschichte 27,25).

 

Einem dritten wird – ebenfalls durch denselben Geist – ein besonderes Maß an Glauben gegeben …

1.Korinther 12,9


Die Gabe der Heilung und der Kraft, Wunder zu tun

In Jesu Dienst geschahen viele Heilungen und Wunder. Jede Heilung ist ein Wunder, aber es gibt auch Wunder, die keine Heilung sind. Es war zum Beispiel ein Wunder, als Jesus Wasser in Wein verwandelte (Johannes 2). Auch als Paulus machte, dass Elimas blind wurde, weil er sich Gott widersetze, geschah das in der Kraft, Wunder zu tun.

Auch im Alten Testament wird von vielen Wundern berichtet. Doch immer geht es darum, Gottes Kraft zu demonstrieren. Petrus erklärte, dass die Wunder, die Jesus tat, zeigten, wer er war. Auch in der Apostelgeschichte dienen alle Wunder dazu, auf Jesus hinzuweisen. Das ist bis heute so. Jesus sagte, dass seine Nachfolger größere Dinge tun würden als er, wenn der Heilige Geist auf sie kommen würde.

 

… wieder ein anderer bekommt durch diesen einen Geist die Gabe, Kranke zu heilen. Einer wird dazu befähigt, Wunder zu tun …

1.Korinther 12,9-10



Ihr Leute von Israel, hört her! Bei dem, was wir euch zu sagen haben, geht es um Jesus von Nazaret. Durch diesen Mann hat Gott – wie ihr alle wisst – in eurer Mitte mächtige Taten vollbracht, Wunder gewirkt und außergewöhnliche Dinge getan. Damit hat er ihn euch gegenüber als seinen Gesandten bestätigt.

Apostelgeschichte 2,22



Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun. Denn ich gehe zum Vater.

Johannes 14,12

 

 

Die Gabe, Geister zu unterscheiden

Diese Gabe ist für die Gemeinde in unseren Tagen sehr wichtig. Der Teufel versucht, Gottes Wirken zu stören. Das tut er unter anderem, indem er Gottes Tun imitiert. So entsteht Verwirrung. Die Gabe der Unterscheidung hilft Christen, genau zu wissen, was von Gott ist und was nicht. Wenn es darum geht, Dämonen auszutreiben, ist diese Gabe auch sehr hilfreich. Das können wir in der Geschichte von Paulus und Silas und der Wahrsagerin sehen. Erst wenn man den bösen Geist identifiziert hat, kann man ihn austreiben.


… wieder ein anderer (wird dazu befähigt), zu beurteilen, ob etwas vom Geist Gottes gewirkt ist oder nicht.

1.Korinther 12,9-10



Eines Tages – wir waren gerade auf dem Weg zur Gebetsstätte – begegnete uns eine Frau, die von einem Wahrsagegeist besessen war; sie war eine Sklavin und brachte ihren Besitzern mit ihrer Wahrsagerei viel Geld ein. Die Frau lief hinter Paulus und uns anderen her und schrie in einem fort: »Diese Leute sind Diener des höchsten Gottes! Sie sagen euch, wie ihr gerettet werden könnt!« So ging das viele Tage, bis Paulus es schließlich nicht mehr ertragen konnte. Er drehte sich um und sagte zu dem Wahrsagegeist: »Im Namen von Jesus Christus gebiete ich dir: Verlass diese Frau!« Im selben Augenblick verließ der Geist die Frau.

Apostelgeschichte 16,16-18

 

 

Die Gabe der Prophetie

Prophetie ist eine von Gott inspirierte Botschaft zur Auferbauung der Christen. Paulus ermutigte die Christen in Korinth, sich besonders nach dieser Gabe auszustrecken. Er forderte sie auch auf, alle Prophetien zu prüfen, ob sie wirklich von Gott sein können. Es ist wichtig, Prophetie nicht so zu behandeln, als ob sie ein biblischer Text wäre, obwohl beides von Gott inspiriert ist. Wenn ein Christ prophezeit, muss das immer anhand der Bibel geprüft werden. Der Heilige Geist würde niemals jemanden etwas sagen lassen, was nicht mit der Bibel übereinstimmt.

 

… ein anderer (wird dazu befähigt), prophetische Aussagen zu machen …

1.Korinther 12,10


Bemüht euch aber auch um die Fähigkeiten, die uns durch Gottes Geist gegeben werden, und wenn ich das sage, denke ich vor allem an die Gabe des prophetischen Redens.

1.Korinther 14,1


Und wie steht es mit dem prophetischen Reden? Von denen, die diese Gabe haben, sollen ebenfalls nur zwei oder drei das Wort ergreifen; die anderen Gläubigen sollen das Gesagte beurteilen.

1.Korinther 14,29


Prophetie wird gelegentlich auch von Gott gebraucht, um über kommende Ereignisse zu informieren oder vor bevorstehenden Gefahren zu warnen. Aber im Normalfall ist Prophetie ein von Gott gegebenes Instrument für Christen, um sich gegenseitig zu ermutigen.

 

Wenn jemand hingegen eine prophetische Botschaft verkündet, richten sich seine Worte an die Menschen; was er sagt, bringt ihnen Hilfe, Ermutigung und Trost.

1.Korinther 14,3

 

 

Reden in verschiedenen Sprachen und Auslegung der Sprachen

 

Die Gabe der Sprachenrede ist etwas anderes als das allgemeine Reden und Beten in neuen Sprachen, mit dem wir uns weiter oben schon beschäftigt haben. Das allgemeine Sprachenreden ist ein Zeichen dafür, dass eine Person mit dem Heiligen Geist getauft wurde. Insofern ist das ein Geschenk von Gott für jeden Christen. Der Betende weiß nicht, was seine Worte bedeuten. Das ist auch nicht nötig. Er redet zu Gott, und Gott versteht ihn.

Aber die Gabe der Sprachenrede wird eingesetzt, wenn Christen zusammenkommen, und sie muss übersetzt werden, sodass jeder das Gesagte verstehen kann. So wird die Gemeinde gestärkt und aufgebaut. Deshalb gehören die Gabe der Sprachenrede und die der Auslegung auch zusammen.

 

In unbekannten Sprachen sollen zwei oder höchstens drei sprechen, aber der Reihe nach, und jemand soll die Deutung geben. Wenn niemand da ist, der es deuten kann, sollen die Betreffenden schweigen. Sie sollen dann für sich zu Hause reden, wo nur sie selbst und Gott es hören.

Korinther 14,27-28


Bei jedem zeigt sich das Wirken des Geistes auf eine andere Weise, aber immer geht es um den Nutzen der ganzen Gemeinde.

1.Korinther 12,7

 

Der Nutzen für die ganze Gemeinde muss immer die Zielrichtung sein, wenn wir die Gaben des Heiligen Geistes einsetzen. Sie sind nicht zu unserem eigenen Vorteil, sondern wir sollen die anderen damit stärken.

Kann man die Gaben trotzdem auch für sich selbst nutzen? Diese Frage wird in der Bibel nicht wirklich beantwortet. Manche Christen haben ganz besondere Gaben der Heilung oder die Gabe, Wunder wirken zu können. Diese Gaben sind wohl weniger für sie selbst da, sondern sie sollen sie für andere Menschen einsetzen, zu Gottes Ehre. Aber die Gabe der Weisheit und der Unterscheidung ist für jeden Christen im Alltag sehr nützlich. Paulus ermutigte die Christen, sich um die „nützlichen“ Gaben zu bemühen. Aber wir dürfen uns auch darauf verlassen, dass der Heilige Geist uns in jeder Situation die Gaben gibt, die wir gerade brauchen.

 

Allerdings ist der Nutzen für die Gemeinde nicht bei allen Gaben gleich groß. Bemüht euch um die Gaben, die der Gemeinde am meisten nützen!

1.Korinther 12,31

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