Was kann man tun, wenn man enttäuscht wurde?

Enttäuschungen bleiben keinem erspart. Sie entstehen dann, wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden.

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Es ist immer schmerzlich, enttäuscht zu werden, egal ob wir eine Position, mit der wir fest gerechnet haben, nicht bekommen, ob wir nicht befördert wurden oder ob wir von einem geliebten Menschen fallen gelassen werden.

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Eine Enttäuschung kann eine große Bandbreite von Gefühlen auslösen: Stress, Wut, Traurigkeit, Frustration und Mutlosigkeit. Wird die Enttäuschung nicht überwunden, sondern zu einem ständigen Begleiter, dann können daraus Groll, Bitterkeit, Hass, Verzweiflung und Depression entstehen.
Im Buch Hiob finden wir eine Passage, die Enttäuschung in sehr eindrückliche Worte fasst. Hier schildert Hiob seinen Freunden, was er von deren vermeintlicher Unterstützung hält, während er durch unfassbares Leid geht.

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„Ihr aber enttäuscht mich wie die Flüsse in der Wüste, deren Bett vertrocknet, sobald kein Regen mehr fällt. Im Frühjahr treten sie über die Ufer, trübe vom Schmelzwasser, in dem Eisschollen treiben. Aber wenn es heiß wird, versiegen sie und versickern im Boden. Karawanen müssen vom Weg abweichen, weil sie dort kein Wasser finden. Sie steigen hinauf in die Wüste und gehen elend zugrunde. Die Karawanen von Tema spähen nach den Wasserstellen, die Händler von Saba sind auf sie angewiesen, doch ihre Hoffnung wird bitter enttäuscht: Sie kommen dorthin – das Flussbett ist leer!“ (Hiob 6,15-20 HFA).

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Kennen wir das nicht auch? Wir hatten gehofft, die anderen würden uns mit frischem Wasser versorgen, doch sie lassen uns in der Wüste zurück.

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Was kann man tun, wenn man enttäuscht wurde?

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Die eigenen Erwartungen hinterfragen

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Manchmal wird man enttäuscht, weil man unrealistische Erwartungen hat. Wir haben fest damit gerechnet, dass sich jemand auf eine bestimmte Art verhalten würde. Kommt es dann anders, sind wir gekränkt. Viele Enttäuschungen sind hausgemacht. Wir denken uns etwas aus und erwarten dann, dass es genau so kommen würde. Unausgesprochene Erwartungen belasten viele Beziehungen. „Das hätte er oder sie doch eigentlich wissen müssen“, lautet dann der stumme Vorwurf.

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Die Enttäuschung in Worte fassen

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Wenn wir unsere Gefühle verbergen, schaden wir uns selbst. Jedes negative Gefühl, das wir festhalten, vergiftet langfristig unsere eigene Seele. Es ist so wichtig, diese Dinge ans Licht zu befördern, um sie bearbeiten zu können. Sobald wir unsere negativen Gefühle offenbaren, wird sichtbar, ob wir unrealistische Erwartungen hatten. Erst wenn wir uns öffnen, kann die innere Heilung beginnen. Wichtig ist vor allem dabei den richtigen Rahmen und Gesprächspartner zu finden.

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Alles von Gott erwarten

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Nur wenn wir uns zu sehr auf etwas verlassen haben, können wir enttäuscht werden. Außer Gott selbst ist aber nichts und niemand auf dieser Erde wirklich zuverlässig, weder Menschen, noch Firmen oder Länder, auch kein einziger von uns. Mit der Sünde kam diese Kettenreaktion der Enttäuschungen in Gang. Doch egal wie tief unsere Enttäuschung auch geht, wir können niemals ermessen, wie groß Gottes Enttäuschung war, als sich seine geliebten Geschöpfe von ihm abgewendet haben. Wenn wir nicht mehr enttäuscht werden wollen, dann müssen wir aufhören, andere zu lieben und Dinge zu riskieren. Aber dann entwickeln wir uns auch nicht mehr weiter und sind schon so gut wie tot.

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Enttäuschung ist unvermeidlich. Aber wir müssen nicht enttäuscht reagieren.

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Wir können unseren Blick von allem Enttäuschenden abwenden, hin zu dem Einen, der uns niemals enttäuschen wird. Nur ihm dürfen wir glauben, nur ihm vertrauen. Dann können wir hoffnungsvoll leben.

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