7 Gründe, warum wir mehr geistliche Leiter brauchen

 

Wer will, dass seine Gemeinde wächst und das Reich Gottes sich ausbreitet, der braucht viele gute geistliche Leiter. In der ersten Gemeinde veränderte sich die Situation grundlegend, als die Apostel anfingen, neue Leiter auszubilden, während sie bis dahin vor allem gepredigt hatten.

Am Anfang der Apostelgeschichte lesen wir, dass Gott täglich neue Leute in die Gemeinde brachte. Dann gab es in der jungen Gemeinde in Jerusalem den ersten Streit. Es ging um die Versorgung der Waisen und Witwen, über die sich griechische und jüdische Christen stritten. Also sahen sich die Apostel nach sieben verantwortungsbewussten Personen in der Gemeinde um und übertrugen ihnen diese Aufgabe. An dieser Stelle ändern sich die Formulierungen: Nun lesen wir nicht mehr, dass Gott der Gemeinde Menschen „hinzutat“, sondern dass die Gemeinde „wuchs“.

Aus dem Bericht im sechsten Kapitel der Apostelgeschichte können wir einiges darüber lernen, wie eine Gemeinde vorgehen kann, die wachsen und neue Leiter ausbilden will.

 

Es ist ein biblisches Konzept, dass eine Gemeinde wächst.

„Die Zahl der Jünger wuchs unaufhörlich“, heißt es im ersten Vers von Apostelgeschichte sechs. Wenn eine Gemeinde nicht wächst, dann hat sie sich an irgendeiner Stelle nicht gesund entwickelt. Alles, was gesund ist, wächst. Es kann natürlich theoretisch auch sein, dass eine Gegend christlich gesättigt ist und jede Person mit dem Evangelium erreicht wurde. Aber ansonsten muss eine Gemeinde, die nicht wächst, nach den Ursachen suchen. Meist hat es etwas mit der Leiterschaft zu tun. So lange es auch nur eine Person an einem Ort gibt, die noch nicht gläubig ist, kann die Gemeinde noch wachsen. Von der Bibel her gehört Wachstum zum Wesen von Gemeinden.

 

Gemeindewachstum verursacht Probleme.

In zweiten Satz lesen wir von „Klagen innerhalb der Gemeinde“ und von „Beschwerden“. Auch das ist typisch für jede Gemeinde. Manchmal kommen Leute aus anderen Gemeinden auf mich zu und sagen: „Pastor Rick, wir haben ein Problem in unserer Gemeinde.“ Am liebsten würde ich darauf erwidern: „Was? Nur eines?“ Ich kenne hunderte möglicher Gemeinde-Konflikte. Wenn ich dann höre: „Das kannst du dir bestimmt nicht vorstellen, aber bei uns …“ Nun, ich kann es mir sehr gut vorstellen, ich lebe damit tagein, tagaus. Es ist ein langwieriger Prozess, fähige Leiter auszubilden. Entsprechend gibt es, wenn eine Gemeinde wächst, oft viel zu wenige reife Mitarbeiter und Leiter. Die offenen Stellen werden irgendwie besetzt und so entstehen dann die unterschiedlichsten Probleme.

 

Jedem Problem liegt ein ungestilltes Bedürfnis zugrunde.

In dem Bibeltext heißt es weiter: „Sie waren der Meinung, dass ihre Witwen bei der täglichen Versorgung mit Lebensmitteln benachteiligt wurden“ (Apostelgeschichte 6,1). Grundsätzlich sollten eigentlich alle Mitglieder in der Gemeinde gemeinsam versuchen, möglichst viele Menschen mit Jesus bekannt zu machen. Aber oft verlieren Christen dieses Ziel aus den Augen, weil in ihrem eigenen Leben zu viel Mangel herrscht. Durch Christen, deren eigene Bedürfnisse nicht gestillt sind, können Probleme entstehen, die sich auch auf die Leiterschaft einer Gemeinde auswirken.

 

Pastoren müssen nicht alles selbst machen.

Die Reaktion der Apostel klang so: „Es wäre nicht gut, wenn wir Apostel uns persönlich um den Dienst der Verteilung der Lebensmittel kümmern müssten und darüber die Verkündigung von Gottes Botschaft vernachlässigen würden“ (Apostelgeschichte 6,2). Auch wenn ein Bedürfnis ernstzunehmen ist, fällt es trotzdem nicht zwangsläufig in den Aufgabenbereich der Apostel. Die geistlichen Leiter brauchen sich nicht selbst um alles zu kümmern. Ein guter Leiter sollte viel Zeit mit Jesus verbringen und sich von ihm Weisheit, Leitung und Vision für seinen Dienst schenken lassen. Dafür darf er andere Aufgaben abgeben.

 

Geisterfüllte Christen helfen der Leiterschaft.

Die Apostel sagten: „Seht euch daher, liebe Geschwister, in eurer Mitte nach sieben Männern um, die einen guten Ruf haben, mit dem Heiligen Geist erfüllt sind und von Gott Weisheit und Einsicht bekommen haben. Ihnen wollen wir diese Aufgabe übertragen“ (Apostelgeschichte 6,3). Die Namen, die dann aufgezählt werden, sind alle griechisch. Also nahmen sich griechische Christen der Bedürfnisse der griechischen Witwen an. Das war vielleicht sogar noch besser, als wenn es die jüdischen Apostel getan hätten.

 

Die Pastoren sollen sich Zeit nehmen zum Beten und Lehren.

Dann sagten sie: „Wir selbst aber werden uns weiterhin ganz auf das Gebet und den Dienst der Verkündigung des Evangeliums konzentrieren“ (Apostelgeschichte 6,4). Ich habe mit meiner Gemeinde folgendes Abkommen getroffen: Wenn die Leute die Dienste in der Gemeinde gut machen, dann werde ich dafür sorgen, dass sie geistlich gut ernährt werden. Daran habe ich mich bis heute gehalten. Die Aufgaben in meiner Gemeinde gehen schon lange weit über meine Kräfte. Ich kann nicht alles alleine machen, nicht einmal einen Bruchteil schaffe ich. Aber ich kann dafür sorgen, dass alle Leute geistlich gut ernährt werden.

 

Die Mitarbeit der Gemeindeglieder führt zu neuem Wachstum.

Als Nächstes lesen wir: „Dieser Vorschlag fand allgemeine Zustimmung … Die Botschaft Gottes breitete sich immer weiter aus, und die Zahl der Jünger in Jerusalem stieg sprunghaft an“ (Apostelgeschichte 6,5+7). So kam damals Bewegung in die Gemeinde. Heute ist es leider oft anders. Die Zuschauer-Mentalität, die unsere Gesellschaft prägt, hat auch in vielen Gemeinden Einzug gehalten. Von den Mitgliedern erwartet man nichts außer ihrer Anwesenheit und ihren Spenden. Aber Gottesdienstbesuche und Spenden sind nur ein sehr kleiner Teil dessen, was Gott in unserem Leben bewirken will.

Gott will, dass alle Christen zur Mitarbeit angehalten werden. Die Pastoren und Leiter sollen jeden in der Gemeinde in die Lage versetzen, mitarbeiten zu können. Das ist ihre eigentliche Aufgabe und so funktioniert Leiterschaft. Dann kann die Gemeinde den Missionsbefehl Jesu umsetzen.

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