Neun Fakten über den Islam

Überall auf der Welt halten Muslime den Ramadan. Christen sollten sich dessen bewusst sein und auch die anderen Regeln und Praktiken dieser schnell wachsenden Weltreligion kennen. Im Folgenden habe ich ein paar wichtige Daten und Fakten zusammengestellt, die jeder Christ über den Islam wissen sollte.

 

 
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„Islam“ ist ein arabisches Wort, das sich von dem Verb aslama („übergeben, sich ergeben, sich hingeben“) ableitet und „Unterwerfung (unter Gott)“, „völlige Hingabe (an Gott)“ bedeutet. Entsprechend ist ein „Muslim oder Moslem“ jemand, „der sich dem Willen Allahs unterwirft“. Allah hat sich im Leben und der Botschaft seines Propheten Mohammed offenbart.

 

 
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Der Koran, arabisch al-qurʾān („die Lesung, Rezitation, Vortrag“) ist die Heilige Schrift des Islams, die gemäß dem Glauben der Muslime die wörtliche Offenbarung Gottes an den Propheten Mohammed enthält. Muslime glauben, dass der Engel Gabriel dem Propheten Mohammed den Koran wörtlich eingegeben hat, während dieser in einer Art Verzückung war. Mohammed konnte vermutlich weder lesen noch schreiben, sondern er rezitierte, was Gabriel ihm ins Herz geschrieben hatte. Diese Offenbarungen erfolgten nach und nach über einen Zeitraum von dreiundzwanzig Jahren und endeten erst mit Mohammeds Tod. Freunde Mohammeds, die seine Offenbarungen auswendig kannten, beschlossen, alle Zitate in einem Buch zusammenzufassen, um die Botschaft zu erhalten. Der Koran wird in einhundertvierzehn Suren eingeteilt, die sich aus Versen zusammensetzen.

 

 
3

 

 
Um sich mit dem Text des Koran beschäftigen zu dürfen, muss der Moslem im Zustand ritueller Reinheit sein und bestimmte Waschungen vornehmen. Bevor er den Koran liest, sagt er: „Ich suche Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Satan." Nach dem Rezitieren des Korans sagen viele Muslime den Satz: „Allah, der Gewaltige, hat die Wahrheit gesprochen.“ Manche Sätze aus dem Koran sollen besondere Kraft haben. So wird zum Beispiel die erste Sure, die auch „Heilung“ heißt, häufig an Krankenbetten gesprochen und soll den Kranken Genesung bringen.

 

 
4

 

Die erste Sure des Koran fasst die wichtigsten Glaubensgrundsätze zusammen und wird am häufigsten rezitiert, zu Beginn der fünf täglichen Gebetszeit und auch bei anderen Gelegenheiten.

„Im Namen Gottes, des Gnädigen und Barmherzigen. Lob sei Gott, dem Herrn der Menschen in aller Welt, dem Barmherzigen und Gnädigen, der am Tag des Gerichts herrscht. Dir dienen wir und Dich bitten wir um Hilfe. Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen du gnädig bist, die nicht dem Zorn anheimfallen und nicht irregehen.“

 

 
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Die fünf Säulen des Islam bezeichnen die fünf Hauptpflichten, deren Einhaltung für alle Moslems vorgeschrieben ist.

 

  1. Glaubensbekenntnis (Schahada)

"Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad sein Diener und sein Gesandter ist." Dieser Satz muss ausgesprochen und geglaubt werden.

 

  1. Gebet (Salat)

Es sind fünf tägliche Gebete vorgeschrieben. Davor müssen bestimmte Waschungen erfolgen. Kleidung, Körperhaltung, Bewegungen und die Abfolge der Zitate und Verbeugungen sind festgelegt und genauso wichtig wie die richtige innere Einstellung. Egal wo gebetet wird, das Gesicht muss immer zur Kaaba in Mekka, der wichtigsten Moschee des Islam, gerichtet sein.

 

  1. Almosen (Zakat)

Sie sind eine Pflichtabgabe für jeden, der über dem Existenzminimum lebt und betragen mindestens zweieinhalb Prozent des verfügbaren Vermögens. Dazu zählt zum Beispiel das Bankguthaben, aber Häuser und Autos gehören nicht dazu.

 

  1. Fasten im Monat Ramadan (Saum)

Das Fasten im Monat Ramadan (neunter Monat nach dem islamischen Mondkalender) ist für jeden Moslem Pflicht. Es wird immer von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang gefastet.

 

  1. Wallfahrt nach Mekka (Hadsch)

Die Pilgerreise ist für jeden erwachsenen Moslem einmal im Leben Pflicht, soweit dieser die Möglichkeit dazu hat. Sie muss während der ersten zehn Tage des letzten Monats im Mondjahr stattfinden.

 

 
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Die Scharia ist das religiöse Gesetz des Islam und umfasst alle Gesetze, die in einer islamischen Gesellschaft zu beachten sind. Hauptquelle der Scharia ist der Koran, dazu kommen die Überlieferungen, aus denen hervorgeht, nach welchen Regeln Mohammed und seine Gefährten gelebt haben („Sunna“ – Handlungsweise des Propheten). Nach der Scharia kann jedes Verhalten einer der folgenden Kategorien zugeordnet werden: Pflicht (Fard), freiwillig (Mustahab), neutral (Mubah), unerwünscht (Makruh) und verboten (Haram). Manche islamischen Länder haben nur einen Teil der Scharia eingeführt, während andere Länder das komplette Regelwerk zum Gesetz gemacht haben.

 

 
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Nach islamischem Verständnis sind auch die Torah, die Psalmen und die Evangelien Offenbarungen von Allah, die allerdings von Juden und Christen verzerrt und verfälscht wurden. Moslems glauben, dass Jesus ein islamischer Prophet war, aber nicht der Sohn Gottes. Sie glauben nicht, dass er gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Nach dem Koran ist er überhaupt nicht gestorben: „Vielmehr hat Allah ihn zu sich erhoben,“ heißt es im Koran.

 

 
8

 

Neben Judentum und Christentum wird der Islam oft als eine der drei abrahamitischen Religionen bezeichnet. Aber das islamische Bild von Abraham unterscheidet sich grundlegend von der jüdisch-christlichen Überlieferung. Im Islam gilt Abraham als einer der wichtigsten Propheten und als Begründer des Monotheismus. Im Koran wird der Islam als die „Religion Abrahams“ bezeichnet. Zusammen mit seinem Sohn Ismael habe er die Kaaba in Mekka erbaut und sein Volk dazu aufgerufen, Allah dort anzubeten. Was der Koran über Abraham erzählt, hat so wenig mit dem Abraham der Bibel zu tun, als ob es sich um zwei verschiedene Person handeln würde.

 

 
9

 

Die zwei größten Glaubensrichtungen des Islam sind die Sunniten und die Schiiten. Sie haben ein nahezu identisches Glaubensbekenntnis, das Schahada genannt wird. Übersetzt klingt es etwa so: „Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist“. Die Schiiten fügen diesem Bekenntnis noch einen Satz hinzu: „… und Ali ist der Freund Allahs und der Nachfolger des Propheten." Ali war der Cousin und Schwiegersohn des Propheten Mohammed. Die Feindschaft zwischen Sunniten und Schiiten ist wegen der Frage entstanden, welche Bedeutung man Ali gibt. Der Begriff Schiiten bezieht sich auf die „Schia Ali“, die „Partei von Ali“.

Nach Mohammeds Tod waren Kalifen für die Leitung aller Gläubigen (die „Umma“) verantwortlich. Sie waren aus dem Stamm Mohammeds, mussten aber nach Ansicht der Sunniten nicht unbedingt Familienmitglieder des Propheten sein. Für Schiiten sind aber nur leibliche Nachkommen Mohammeds als Kalifen denkbar. Nach Ansicht der Sunniten war Ali der vierte rechtmäßige Kalif, während die Schiiten die ersten drei Kalifen ablehnen und Ali als ersten Kalifen sehen. Heute machen die Sunniten 85% der Muslime aus, während 15% Schiiten sind. Im Iran leben vor allem Schiiten, während die Bewohner Saudi-Arabiens und der meisten anderen arabischen Ländern zu den Sunniten zählen.

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