Finanzen und Gemeinde

 

Der Großteil der Kirchen auf der ganzen Welt finanziert sich durch freiwillige Spenden. Die Bibel hat einiges über das Thema Finanzen und geben zu sagen. Ganz besonders im Bezug auf die Gemeinde lesen wir das Gläubige ihren Zenten geben sollen. Was bdeutet das?

Den Zehnten zu geben bedeutet, dass man Gott ein Zehntel von allem gibt, was man im Alltag verdient. Im Alten Testament wird oft darüber geschrieben, dabei geht es meist um ein Zehntel der Ernte und der Tiere. Im Neuen Testament wird der Zehnte kaum erwähnt. Gilt das trotzdem für uns? Anhand der folgenden Bibelstellen können wir versuchen, darauf eine Antwort zu finden. Interessant ist auch, wie die Apostel mit diesem Thema umgegangen sind.

 

Der zehnte Teil von jeder Ernte an Getreide und Früchten gehört als heilige Abgabe dem HERRN.

Auch von den Rindern, Schafen und Ziegen gehört jedes zehnte Stück dem HERRN. Die Tiere dürfen nicht nach ihrem größeren oder geringeren Wert ausgesucht werden; jedes zehnte Stück, das unter dem Hirtenstab hindurchgeht, wird ausgesondert und gehört dem HERRN. Es darf nicht mit einem anderen ausgetauscht werden. Sonst fallen beide Tiere dem HERRN zu und können nicht mehr ausgelöst werden.«

3.Mose 27,30 + 32-33 

 

Auch Melchisedek, der König von Salem, kam dorthin und brachte Brot und Wein. Melchisedek diente dem höchsten Gott als Priester. Er segnete Abram und sagte zu ihm: »Glück und Segen schenke dir der höchste Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat! Der höchste Gott sei dafür gepriesen, dass er dir den Sieg über deine Feinde gegeben hat!«Abram aber gab Melchisedek den zehnten Teil von allem, was er den Königen abgenommen hatte.

1.Mose 14,18-20 


Die Gemeinde im Neuen Testament finanziert sich selbst

Die ersten Gemeinden bekamen kein Geld von außen, sondern sie legten ihr eigenes Geld zusammen und halfen sich damit gegenseitig.

Einer von denen, die den Bedürftigen in dieser Weise halfen, war Josef, ein Levit von Zypern, den die Apostel Barnabas nannte (Barnabas bedeutet: »der, der andere ermutigt«).Josef verkaufte ein Stück Land, das ihm gehörte, und stellte das Geld, das er dafür bekam, der Gemeinde zur Verfügung, indem er es vor den Aposteln niederlegte.

Apostelgeschichte 4,36-37

 

 Gott segnet Menschen, die geben

Wer wenig sät, wird auch wenig ernten. Und wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Jeder soll für sich selbst entscheiden, wie viel er geben möchte, und soll den Betrag dann ohne Bedauern und ohne Widerstreben spenden. Gott liebt den, der fröhlich gibt.

2.Korinther 9,6-7


Wer andere materiell unterstützt, soll es uneigennützig tun. Wer für andere Verantwortung trägt, soll es nicht an der nötigen Hingabe fehlen lassen. Wer sich um die kümmert, die in Not sind, soll es mit fröhlichem Herzen tun.

Römer 12,8

 

Im Normalfall gibt man seine Spende in die eigene Gemeinde. Immerhin sind das die Christen, mit denen man am meisten zusammen ist. Darüber hinaus wollen wir manchmal aber auch für andere Zwecke etwas geben. Zur Zeit der Apostel geriet die Gemeinde in Jerusalem in große materielle Not. Die Christen wurden um ihres Glaubens willen verfolgt, außerdem herrschte auch noch eine Hungersnot im Land. Deshalb schrieb Paulus den anderen Gemeinden und bat sie um Hilfe für die Gläubigen in Jerusalem. Auf seiner Reise sammelte er dann das Geld ein und brachte es nach Jerusalem. Man kann sich vorstellen, wie sich die Gemeinde in Jerusalem darüber gefreut hat.

 

Am ersten Tag jeder Woche, dem Sonntag, soll jeder von euch bei sich zu Hause einen Betrag auf die Seite legen, der seinen Möglichkeiten entspricht. Auf diese Weise kommt nach und nach eine größere Summe zusammen, und das Geld muss nicht erst dann gesammelt werden, wenn ich komme.

1.Korinther 16,2

 

 Wie viel soll man geben?

Was ist denn nun richtig, wie viel soll man geben? Viele Christen kommen gut damit zurecht, ein Zehntel ihres Einkommens in die Gemeinde zu geben. Es ist sinnvoll, das gleich als Erstes zu machen, wenn man das Geld bekommt. Dadurch kommt man nicht in Versuchung, das Geld für etwas anderes auszugeben, und man kann sich die übrigen neunzig Prozent dann für alle anderen Ausgaben einteilen. Aber es ist auch gut, wenn wir das Geben nicht aufs Geld beschränken. Auch Dinge, die wir herstellen, unsere Zeit und unsere Begabungen können wir zu gewissen Anteilen Gott und der Gemeinde zur Verfügung stellen.

Im Neuen Testament steht nicht, dass man den Zehnten geben muss. Aber es heißt, jeder soll sich selbst überlegen, wie viel er geben will und soll dabei großzügig sein. Es ist also gut, Gott zu fragen, wie viel man geben soll. Für Christen, die gut verdienen, bleibt noch viel übrig, nachdem sie ein Zehntel abgegeben haben. Für andere, die nur wenig Geld haben, bedeutet es viel, ein Zehntel zu spenden. Jesus sagte über die arme Witwe, dass ihre kleinen Münzen mehr wert waren als die großen Opfer der Reichen. Sie hatte nach dem Opfer nämlich nichts mehr übrig, im Gegensatz zu den anderen.

 

Jesus blickte zum Opferkasten und sah, wie die reichen Leute ihre Gaben hineinwarfen. Er bemerkte auch eine ärmlich gekleidete Witwe, die zwei kleine Kupfermünzen hineinwarf. Da sagte er: »Ich versichere euch, diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen. Sie alle haben ihre Gaben aus ihrem Überfluss gegeben; diese Frau aber, so arm sie ist, hat alles gegeben, was sie besaß – alles, was sie zum Leben nötig hatte.«

Lukas 21,1-4

 

Was Paulus den Christen in Korinth empfohlen hat, kann auch für uns ein guter Weg sein. Wenn wir jede Woche einen Teil unseres Einkommens Gott und der Gemeinde geben, dann leisten wir damit einen Beitrag zur Gemeinschaft in der Gemeinde und wir können mit dem Segen rechnen, den Gott allen versprochen hat, die gerne geben.

 

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