Fünf beunruhigende Aussage , die „Fifty Shades of Grey“ über Sex vermittelt

Die Trilogie wurde mehr als 70 Millionen mal verkauft. Seit Februar läuft der Film auch in deutschen Kinos, mit großem Erfolg. Der Film wird offiziell als Softporno eingestuft, der vor allem eine große weibliche Fangemeinde hat.

Thema ist die Geschichte eines sehr reichen und sehr attraktiven jungen Geschäftsmannes, der nach einer schweren Kindheit nun ein gefühlskalter Mann ist. Eine arglose Studentin verfällt ihm. Er führt sie in seine geheime Welt der Lust an Gewalt und Schmerz ein, sie lässt ihn gewähren, versucht aber gleichzeitig, Gefühle in ihm zu wecken.

Buch und Film verdanken ihren Erfolg wohl unter anderem den sadomasochistischen Inhalten, die ungeniert, in viel Schönheit, Jugend, Romantik und Naivität eingebettet, geschildert bzw. gezeigt werden. Obwohl die Geschichte ohne große Ereignisse bleibt, übt sie doch eine bemerkenswerte Faszination und Anziehungskraft auf Leser und Kinobesucher aus.

Die Auswirkungen sind erstaunlich. Sexspielzeug, das in Anlehnung an den Film zum Kauf angeboten wird, findet reißenden Absatz und viele Buch-Fans und Kinobesucher werden auf die Idee gebracht, Sado-maso-Praktiken auszuprobieren. Der Film macht Gewalt im Zusammenhang mit Sex salonfähig, erstaunlicherweise nur in der Variante des dominanten Mannes und der unterlegenen Frau. Wieso lieben Frauen diese Geschichte? Sie ist weit entfernt von allen Rechten, die Frauen sich über Jahrzehnte erkämpft haben. Stattdessen ist es eine Geschichte, die Missbrauch und Nötigung für normal erklärt.

Wir haben fünf besonders negative Punkte zusammengestellt, die durch diese Geschichte vermittelt werden.

1) Wer gut aussieht, reich oder erfolgreich ist, kann es sich erlauben, Lust auf Gewalt beim Sex auszuleben.

Christian Grey, die zentrale Person des Buches, ist unvorstellbar reich und sieht extrem gut aus. Er lebt in einer Villa, hat seinen eigenen Hubschrauber und jede Frau, die ihm begegnet, liegt ihm zu Füßen. Wäre der Protagonist ein verwahrloster, obdachloser ehemaliger Strafgefangener mit zerzaustem Bart und kaputten Zähnen, würde niemand seine sexuellen Vorlieben gutheißen. Aber weil der Mann attraktiv ist, werden auch die dunklen, verletzenden Seiten seines Verhaltens positiv gesehen.

2 ) Sex soll Spaß machen. Liebe und Romantik sind überflüssig.

Christian setzt einen Vertrag auf und lässt die Frau unterschreiben, dass sie niemals über das reden wird, was er mit ihr macht, und dass er mit ihrem Körper alles tun darf, was er will. Mit einer Liebesgeschichte hat das nichts zu tun.

 

3) Botschaft an die Frauen: Wenn ihr nur lange genug mit einem Mann zusammenbleibt und seine Perversion aushaltet, wird er euch vielleicht eines Tages doch lieben und sich ändern.

Anastasia, die weibliche Hauptperson der Geschichte, ist eine schüchterne, zurückhaltende und unsichere Studentin. Als sie Christian kennenlernt, ist sie sogar noch Jungfrau. Sie wird zum Objekt seiner Begierde und setzt sich seinen extremen sexuellen Vorlieben aus. Der Mann gefällt ihr und sie fühlt sich geschmeichelt durch all die Geschenke, mit denen er sie überschüttet. Trotz allem, was er ihr antut, bleibt sie bei ihm. Seine Fantasien werden immer brutaler und er führt sie gezielt dahin, sein Verhalten zu akzeptieren. In „Fifty Shades of Grey“ bekommt man den Eindruck, Mädchen sind hilflose, wehrlose Geschöpfe, die für einen attraktiven Mann alles tun.

4) Botschaft an die Männer: Mit Frauen kannst du machen, was du willst. Sie werden es akzeptieren … Frauen sind nun einmal so.

Christian Grey ist ein Frauenheld und setzt sein Geld und seinen Charme gezielt ein, um Ana an sich zu binden. Er bringt sie dazu, ihn zu begehren, obwohl er ihr auf alle erdenklichen Arten Schmerz zufügt. Für ihn bedeutet das Lust. Für beide gibt es keinen Ausweg, er will sie, um seine sadistischen Neigungen auszuleben, und sie will ihn, weil sie ihn liebt. Egal, was er ihr antut, sie kommt immer wieder zu ihm zurück.

5) Wenn eine Geschichte genug Sex enthält, wird sie sich gut verkaufen und hat Aussichten, verfilmt zu werden.

Die Bücher sind Bestseller, der Film wurde für viel Geld in Hollywood gedreht. Mit dieser düsteren, perversen Geschichte haben die Autorin, der Verlag und jetzt noch die Filmemacher Millionen verdient. Wir leben in einer Gesellschaft, in der eine Geschichte über eine sadistische, gewaltverherrlichende sexuelle Beziehung zu einem Riesenerfolg werden kann. Das ist beunruhigend.

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