Die 3 Aufgaben – Gemeinschaft

Im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte steht ein interessanter Satz. Hier sehen wir, was für die ersten Christen Priorität hatte. Sie hielten in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft zusammen – das wird im Begriff der christlichen Gemeinschaft zusammengefasst, der im Neuen Testament oft vorkommt. Wir wollen jetzt herausfinden, warum dieser Zusammenhalt für die ersten Christen so wichtig war.

Was das Leben der Christen prägte, waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn und das Gebet.

Apostelgeschichte 2,42

a) Was ist Gemeinschaft?

Die unten stehenden Bibelstellen aus der Apostelgeschichte definieren und umschreiben, was mit Gemeinschaft gemeint ist.

Alle, die an Jesus glaubten, hielten fest zusammen und teilten alles miteinander, was sie besaßen. Sie verkauften sogar Grundstücke und sonstigen Besitz und verteilten den Erlös entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen an alle, die in Not waren. Einmütig und mit großer Treue kamen sie Tag für Tag im Tempel zusammen. Außerdem trafen sie sich täglich in ihren Häusern, um miteinander zu essen und das Mahl des Herrn zu feiern, und ihre Zusammenkünfte waren von überschwänglicher Freude und aufrichtiger Herzlichkeit geprägt. Sie priesen Gott bei allem, was sie taten, und standen beim ganzen Volk in hohem Ansehen. Und jeden Tag rettete der Herr weitere Menschen, sodass die Gemeinde immer größer wurde.

Apostelgeschichte 2,44-47

 

Die ganze Schar derer, die an Jesus glaubten, hielt fest zusammen; alle waren ein Herz und eine Seele. Nicht ein Einziger betrachtete irgendetwas von dem, was ihm gehörte, als sein persönliches Eigentum; vielmehr teilten sie alles miteinander, was sie besaßen. Vollmächtig und kraftvoll bezeugten die Apostel, dass Jesus der auferstandene Herr ist. Und die ganze Gemeinde erlebte Gottes Gnade in reichem Maß. Es gab unter ihnen auch niemand, der Not leiden musste. Denn wenn die Bedürfnisse es erforderten, verkauften diejenigen, die ein Grundstück oder ein Haus besaßen, ihren Besitz und stellten den Erlös der Gemeinde zur Verfügung, indem sie das Geld vor den Aposteln niederlegten. Davon wurde dann jedem das zugeteilt, was er nötig hatte. Einer von denen, die den Bedürftigen in dieser Weise halfen, war Josef, ein Levit von Zypern, den die Apostel Barnabas nannten (Barnabas bedeutet: »der, der andere ermutigt«). Josef verkaufte ein Stück Land, das ihm gehörte, und stellte das Geld, das er dafür bekam, der Gemeinde zur Verfügung, indem er es vor den Aposteln niederlegte.

Apostelgeschichte 4,32-37

 

  • Gemeinschaft bedeutet, mit anderen zusammen zu sein – wer alleine ist, hat keine Gemeinschaft.
  • Gemeinschaft bedeutet, mit anderen zu teilen, was man hat.
  • Gemeinschaft heißt, sich zu Hause zu treffen und zusammen zu essen.
  • Gemeinschaft bewirkte Freude in der Gemeinde.
  • Gemeinschaft zog viele neue Leute in die Gemeinde.
  • Gemeinschaft bedeutet sich zu treffen um das Abendmahl zu teilen.
  • Gemeinschaft bedeutet zusammen zu beten.
  • Gemeinschaft bedeutet sich zu einem Gottesdienst zu treffen.

 

b) Gemeinschaft fängt mit Gott an

Johannes schreibt in einem seiner Briefe, dass wir an erster Stelle Gemeinschaft mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist haben sollen. Auch Paulus betont immer wieder, dass Christen in der Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist leben sollen.

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Kraft des Heiligen Geistes, der euch Gemeinschaft untereinander schenkt, sei mit euch allen!

2 Korinther 13,13

 

Johannes erklärt weiter, dass wir nur Gemeinschaft mit Gott haben können, wenn wir „im Licht wandeln“. Damit meint er, wir sollen im Alltag so leben, dass Gott Freude an uns hat. Das Dunkle, die Sünde, soll keinen Raum haben. Wenn wir nicht im Licht, sondern in der Dunkelheit leben, dann stört das die Gemeinschaft mit Gott. So war es auch bei Adam und Eva. Als sie die Sünde zuließen, war die enge Gemeinschaft mit Gott vorbei. Mit der Dunkelheit in ihrem Herzen war es für sie nicht mehr schön, mit Gott im Garten spazieren zu gehen. Auch den Garten selbst konnten sie nicht mehr genießen. All das Glück der vertrauten Beziehung zu Gott war verloren. Gemeinschaft mit Gott ist von zentraler Bedeutung. Sie entsteht im Gebet, beim Bibellesen und indem wir ein heiliges Leben führen. Dann kann man die Nähe Gottes immer und bei allem erleben, egal wo man ist und was man gerade tut. Wenn wir in der Gemeinschaft mit Gott leben, dann ergibt sich die Gemeinschaft mit anderen fast von selbst. Christen brauchen einander, sie können sich gegenseitig viel geben und bekommen viel voneinander. Natürlich können wir nicht mit jedem Christen die gleiche, tiefe Freundschaft pflegen. Auch Jesus hatte Jünger, mit denen er enger verbunden war als mit anderen. Es gibt viele Ausdrucksformen für unsere Freundschaft mit anderen Christen.

In der Apostelgeschichte wird uns im zweiten und vierten Kapitel echte, tiefe Gemeinschaft unter den Christen beschrieben, und in beiden Fällen führte sie dazu, dass Gottes Kraft mächtig in der Gemeinde wirkte. Eine starke Gemeinde, die Satan besiegen kann, ist also auch eine Gemeinde, in der die Einzelnen eine tiefe, herzliche Gemeinschaft untereinander pflegen.

 

c) Gemeinschaft bedeutet Abendmahl zu feiern

Manche sagen zum Abendmahl auch „Tisch des Herrn“ oder „Gedächtnismahl“. Wie auch immer – es geht zurück auf den letzten Abend vor der Kreuzigung, als Jesus und seine Jünger zusammen Passah feierten. Paulus war damals nicht dabei, sondern ihm hat Jesus später in einer Offenbarung gezeigt, wie dieses erste Abendmahl war und was es bedeutet. Deshalb ist es für uns besonders interessant, was Paulus darüber schreibt.

 

Ihr wisst doch, was der Herr über dieses Mahl gesagt hat; ich selbst habe seine Worte so an euch weitergegeben, wie sie mir berichtet wurden: In der Nacht, in der er verraten wurde, nahm Jesus, der Herr, das Brot, dankte Gott dafür, brach es in Stücke und sagte: »Das ist mein Leib, der für euch geopfert wird. Wenn ihr künftig dieses Mahl feiert und von dem Brot esst, dann ruft euch in Erinnerung, was ich für euch getan habe!«Nachdem sie gegessen hatten, nahm er den Becher, dankte Gott auch dafür und sagte: »Dieser Becher ist der neue Bund, besiegelt mit meinem Blut. Wenn ihr künftig aus dem Becher trinkt, dann ruft euch jedes Mal in Erinnerung, was ich für euch getan habe!«Seid euch also darüber im Klaren: Jedes Mal, wenn ihr von dem Brot esst und aus dem Becher trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn – bis der Herr wiederkommt.Wer daher auf unwürdige Weise von dem Brot isst oder aus dem Becher des Herrn trinkt, macht sich am Leib und am Blut des Herrn schuldig. Deshalb soll sich jeder prüfen, und erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Becher trinken. Denn wer isst und trinkt, ohne sich vor Augen zu halten, dass es bei diesem Mahl um den Leib des Herrn geht, der zieht sich mit seinem Essen und Trinken das Gericht Gottes zu. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb so viele von euch schwach und krank sind. Manche aus eurer Gemeinde sind sogar gestorben.

1.Korinther 11,23-30




Als es Zeit war, mit der Feier zu beginnen, setzte sich Jesus mit den Aposteln zu Tisch. Er sagte: »Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, dieses Passamahl mit euch zu feiern, bevor ich leiden muss. Denn ich sage euch: Ich werde das Passamahl nicht mehr feiern, bis sich im Reich Gottes seine volle Bedeutung erfüllt.«

Lukas 22,14-16

 

6 wichtige Punkte zum Verständnis des Abendmahls

  1. Das zerbrochene Brot ist ein Symbol für den Körper von Jesus, der bei der Kreuzigung verletzt und zerschlagen wurde.
  2. Der Wein ist ein Symbol für das Blut Jesu, das fließen musste, damit die Sünde aller Menschen vergeben werden konnte.
  3. Brot und Wein erinnern uns an den neuen Bund, der zwischen Jesus und seinen Nachfolgern geschlossen wurde, und an die Beziehung zwischen Jesus und uns.
  4. Im Abendmahl erinnern wir uns an Jesus. Wir dürfen nie vergessen, dass er für uns gestorben ist. Wir denken an seinen Tod und feiern seine Auferstehung. So gehört beides zur Abendmahlsfeier: Besinnlichkeit und Freude.
  5. Mit Brot und Wein können wir für die Menschen, die noch nicht gläubig sind, Jesu Tod anschaulich machen.
  6. Bevor wir das Brot essen und den Wein trinken, müssen wir unsere Herzen prüfen, ob in unseren Beziehungen zu Gott und den anderen Menschen alles in Ordnung ist. Von daher ist es sinnvoll, sich vor dem Abendmahl etwas Zeit zu nehmen und den Heiligen Geist zu fragen, was man in Ordnung bringen sollte. Das Abendmahl kann ein großer Segen sein, es kann aber auch Gottes Gericht auslösen, wenn wir es mit den falschen Gedanken oder Motiven einnehmen.

 

 

d.) Wie sollte die Praxis echter Gemeinschaft unter Christen aussehen?

1. Christen trösten sich gegenseitig.

Tröstet euch gegenseitig mit dieser Gewissheit!

1.Thessalonicher 4,18

2. Sie ermutigen und ermahnen sich.

Ermahnt und ermutigt einander vielmehr Tag für Tag …

Hebräer 3,13

3. Sie dienen einander.

Jeder soll den anderen mit der Gabe dienen, die er von Gott bekommen hat.

1.Petrus 4,10

 

4. Sie leben in Unterordnung.

Ordnet euch einander unter; tut es aus Ehrfurcht vor Christus!

Epheser 5,21

 

5. Sie vergeben sich gegenseitig.

Geht nachsichtig miteinander um und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Genauso, wie der Herr euch vergeben hat, sollt auch ihr einander vergeben.

Kolosser 3,13


6. Sie beraten einander.

Im Übrigen bin ich persönlich davon überzeugt, liebe Geschwister, dass ihr durchaus selbst in der Lage seid, all das zu tun, was gut und richtig ist; es fehlt euch in keiner Weise an der nötigen Erkenntnis, und ihr seid daher auch fähig, einander mit seelsorgerlichem Rat zu helfen.

Römer 15,14

 

7. Sie laden einander ein.

Seid gastfreundlich gegenüber euren Geschwistern; nehmt sie gern und ohne zu murren auf.

1.Petrus 4,9

 

8. Einer trägt die Last des anderen.

Helft einander, eure Lasten zu tragen! Auf diese Weise werdet ihr das Gesetz erfüllen, das Christus uns gegeben hat.

Galater 6,2

 

9. Sie beten füreinander.

… betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Gebet eines Menschen, der sich nach Gottes Willen richtet, ist wirkungsvoll und bringt viel zustande.

Jakobus 5,16

 

10. Sie bekennen einander ihre Sünden.

Darum bekennt einander eure Sünden …

Jakobus 5,16

 

11. Sie gehen liebevoll miteinander um.

Lasst im Umgang miteinander Herzlichkeit und geschwisterliche Liebe zum Ausdruck kommen.

Römer 12,10


12. Sie achten sich gegenseitig.

Übertrefft euch gegenseitig darin, einander Achtung zu erweisen.

Römer 12,10

 

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